Brian Marsella Trio

„Intersection of Dissections“

Dieselstrasse Esslingen am 14.11.2019

Brian Marsella, piano
Trevor Dunn, bass
Kenny Wollesen, drums

Piano-Trio für Zuhörer!

Das wahrscheinlich aufregendste Piano Trio, das man momentan hören kann, war im Kulturzentrum Dieselstrasse Esslingen zu Gast.

Brian Marsella, der erstaunliche Pianist von John Zorns „Banquet of the Spirits“, „Zion80“ und „The Flail“ war hier mit seinen Eigenkompositionen zu hören. Sein leidenschaftliches und differenziertes Spiel faszinierte das Publikum sofort. Die Notenblätter zu den eigenwilligen Kompositionen waren zwar sichtbar vorhanden, dennoch blieb stets viel Spielraum für Improvisationen. Kaum fühlte man sich in einer Melodie wohl, folgte ein Rhytmuswechsel, ein Bruch, eine andere Tonfolge als erwartet. Keine Musik zum Zurücklehnen und Träumen! Die von vielseitigen Überraschungen geprägten Kompositionen waren ausnahmslos spannend. „Intersection of Dissections“ heißt das Album mit diesen Stücken, das zwar schon aufgenommen, aber bisher noch nicht veröffentlicht war.

Mit dabei waren die Kollegen vieler John Zorn Projekte: der Bassist Trevor Dunn und der Drummer Kenny Wollesen. Dunn ist einer der vielsteitigsten Bassisten, die zur Zeit zu hören sind. Seine ersten Bands spielten eine Mixtur aus Thrash Metal, Hard Rock und Funk, später gründete er Bands, die eine Jazzvariante mit Einflüssen aus Doom Metal und Rock zum Besten gaben. In den Kammerjazz-Bands von Ben Goldberg und John Schott fiel er „als sensibler Improvisator“ auf. Gleichzeitig ist er aber auch unterwegs mit seiner Formation MadLove, die mit einer eingängigen Mischung aus Blues, Rock- und Popmusik zu hören sind.

Der US-amerikanischer Schlagzeuger, Vibraphonist und Perkussionist Wollesen ist ebenfalls sehr aktiv und durch sein Zusammenspiel mit Bill Frisell international bekannt geworden. Er spielte auch mit Marc Ribot, John Medeski, Tom Waits, John Scofield, und ist Mitglied der Gruppe Sex Mob und der Kamikaze Ground Crew.

Marsellas explosives Klavierspiel mit dem treibenden Bass von Dunn und dem vielseitigen Spiel an den Drums von Wollesen!!! Kein Ton zuviel, kein Ton zuwenig, jeder spannend.
Wer nicht dabei war, hat etwas versäumt!