Karl Ratzer Quintet

Porgy & Bess Wien am 1.1.2020

Karl Ratzer, guitar, vocals
Ed Neumeister, trombone
Franz Koglmann, trumpet
Peter Herbert, bass
Howard Curtis, drums

Eröffnung des Jazzjahres 2020 im Porgy & Bess

Bereits mit 13 Jahren stand der famose Jazz- und Bluesgitarrist Karl Ratzer auf der Bühne. Das Gitarrespielen hat er sich selbst beigebracht, Harmonielehre und Musiktheorie später auch. In jungen Jahren spielte er in Rockformationen wie „The Slaves“, „The Charles Ryders Corporation“, „C-Department“ und „Gipsy Love“. Hier reifte er zu einem der bekanntesten Rockgitarristen Europas. Fast 10 Jahre lang lebte er anschließend in den USA, wo er mit vielen bedeutenden Jazzmusikern wie Jeremy Steig, Joe Chambers, Dan Wall, Eddie Gomez oder Chet Baker zusammenarbeitete. Zurück in Wien, spielte er oft mit Jazzern wie Fritz Pauer, Hans Koller, Art Farmer, Lee Konitz, Clark Terry und Chaka Khan.

Seit 10 Jahren tritt das Karl Ratzer Quintet mit den Musikern auf, die wir an diesem Abend hören durften. Das ist Ed Neumeister, der lange im Duke Ellington Orchestra und noch länger im Vanguard Jazz Orchestra spielte, an der Posaune. Der vielfach ausgezeichnete Kontrabassist und Komponist Peter Herbert am Bass, an Trompete und Flügelhorn Franz Koglmann, Musiker und Komponist am Schnittpunkt von Jazz und Europäischer Moderne. Schließlich noch Howard Curtis, der seit 2006 als Professor am Jazz-Institut der Universität Graz Jazz-Drumming unterrichtet.

Traditionell ist Karl Ratzer zum Jahreswechsel im Jazz & Musicclub Porgy & Bess zu hören. An diesem Abend trat er zuerst alleine auf, begann zu spielen und dann, nach einigen Minuten, kamen die weiteren Musiker dazu und setzten in das Gespielte ein. Ob sie jetzt Bekanntes intonierten oder eigene Kompositionen spielten, es war immer ein Genuß zuzuhören. Der große Meister des entschleunigten Saitenspiels, wie Karl Ratzer oft genannt wird, hat auch einen sehr eigenen Gesangsstil, den er bei einigen Stücken zum Besten gab.

Eine Allstar-Band, wie man sie nur selten hört. Hoffenlich muß man nicht bis zum nächsten Jahreswechsel warten, um sie wieder erleben zu dürfen.